Ausreden – Wie du dich selbst belügst

Ich habe neulich einen Beitrag zum Thema Stress- und Angstbekämpfung in ein paar Facebook-Gruppen geteilt und da ist es mir aufgefallen: Leute nehmen jeden möglichen Anlass als Ausrede, um nichts ändern zu müssen. Auf der einen Seite könnten mir diese Leute absolut egal sein. Auf der anderen Seite habe ich Mitleid, denn diese Leute verschenken Unmengen an Potenzial, welches erst gar nicht zum Vorschein kommt.

Sie könnten schon um einiges weiter sein, wenn nicht andauernd Ausreden zum Einsatz kommen würden. Lieber tun sie nichts! Und da sich jetzt der ein oder andere wieder drüber aufregt, dass ich das sage, einmal zur Klarstellung: Sie tun nicht alles, was in ihrer Macht steht.

 

Negative Affirmationen

Je öfter man sich einredet, dass etwas nicht möglich ist, desto unmöglicher wird es. Und genau das trifft auch allgemein auf Ausreden zu. Je öfter wir eine Ausrede benutzen, desto „wahrer“ wird diese für unser Gehirn. Außerdem bringen Ausreden eine kurze Erleichterung, wenn man dadurch etwas nicht tun muss. Das kann in manchen Leute ein wahres Glücksgefühl auslösen. Auch hier besteht Suchtgefahr.

Aber auf dieses Thema möchte ich hier gar nicht mehr so detailliert eingehen, denn darüber habe ich schon einen Beitrag verfasst -> Klick.

Leid als Ausrede

Ist Leid nicht eigentlich der Grund, warum man etwas verändern sollte? Was ich häufig sehe ist, dass Menschen ihr eigenes Leiden benutzen, um nichts gegen ihre Lage unternehmen zu müssen. Meiner Meinung nach ist das Ganze sehr paradox. Denn Leid sollte immer der Antrieb zur Veränderung sein und keine Entwicklungsbremse.

Wie soll man sein Leid hinter sich lassen, wenn man genau dieses als Ausrede benutzt? „Aber meine Vergangenheit war so schlimm.“ Ja. Die Vergangenheit vieler Leute war schlimm. Aber wie soll sich was an deiner Lage ändern, wenn du die Vergangenheit als Vorwand nimmst, um nichts ändern zu müssen?

„Ich kann das nicht.“

Auf diesem Blog geht es um Entwicklung. Also was soll ich noch großartig sagen? Es ist doch völlig normal, dass man manche Dinge nicht auf Anhieb kann. Deshalb muss man sie ja auch lernen. Und genau aus diesem Grund ist ein „ich kann das nicht“ nicht einmal ansatzweise eine legitime Ausrede. Einfach machen! Klingt einfach, ist es auch. Je öfter wir eine bestimmte Sache machen, desto einfacher wird sie. Und schon war es das mit der Ausrede.

„…aber die anderen.“

Ein weiteres weit verbreitetes Phänomen ist es, den Grund für das eigene Nichtstun bei anderen zu suchen. Person A hat es nicht geschafft, wieso sollte ich es also schaffen? Ich wollte heute mit Person A Sport machen, aber Person A hat abgesagt. Deshalb habe ich auch nichts gemacht.

Hör auf dich mit anderen zu vergleichen und hör auf dich auf andere zu verlassen. Menschen sind unterschiedlich und Menschen haben unterschiedliche Prioritäten. Nur weil ein anderer es nicht geschafft hat, heißt das nicht zwangsläufig, dass du es auch nicht schaffst. Aber das weißt du sicherlich selbst. Denn es ist ja nur eine Ausrede 😉

„Ich habe keine Zeit.“

Der König unter den Ausreden. Oft schreibe ich mit Personen, die Tipps zum Thema Angststörung von mir haben wollen. Wenn ich diesen dann Meditation empfehle, kriege ich oft zu hören, dass die Person keine 10 Minuten Zeit am Tag für diese Meditation aufbringen kann. Wenn man keine 10 Minuten Zeit am Tag hat, liegt das einfach nur daran, dass man seine Prioritäten falsch setzt oder das man insgeheim gar nichts ändern will und die fehlende Zeit als Ausrede vorschiebt.

 

Machen statt reden

Wenn wir auf irgendetwas keine Lust haben, lenken wir unseren Fokus nach innen und fangen an, uns bunte Geschichten auszumalen, die uns als Entschuldigung dienen sollen, etwas nicht umsetzen zu müssen. Hör auf damit! Wenn du dir etwas vorgenommen hast, dann zieh es auch durch. Sobald du deine Entscheidung infrage stellst, ist der Kampf schon so gut wie verloren.

Weniger nachdenken, mehr machen! Denn wenn man einer Sache durch eine Ausrede aus dem Weg gegangen ist, fühlt man sich vielleicht für einen kurzen Zeitraum befreit, jedoch schleicht sich das schlechte Gewissen schneller ein, als man denkt.

 

Lösung

Die Lösung des Problems ist recht simpel, denn jeder der Ausreden benutzt, weiß ganz genau, dass er Ausreden benutzt. Also sollte man sich einfach selbst hinterfragen, ob das der richtige Weg ist. Dann muss man das Ganze einfach nur noch abstellen. Du hast zu einem Geburtstag zugesagt, obwohl du gar keine Lust hast? Schnell denkst du dir eine Ausrede aus, um dann doch nicht hinzumüssen. Sag das nächste Mal einfach nicht zu. So einfach kann das Ganze laufen.

Du denkst, dass eine Ausrede besser ankommt als eine Absage? Da irrst du dich gewaltig. Denn Menschen haben meistens ein sehr gutes Gespür für Ausreden. Jedem Mensch schießt das Wort „Ausrede“ in den Kopf, wenn jemand einen Tag vor seinem Geburtstag aufgrund von „Krankheit“ absagt. Eine Ausrede kommt IMMER schlechter an als eine Absage.

Du wolltest heute zum Sport? Geh zum Sport und hör auf dir in deinem Kopf irgendwelche Geschichten auszudenken. Durchziehen fühlt sich im Nachhinein immer besser an, als den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Denn wenn erst einmal Reue einsetzt, hat man den Kampf endgültig verloren.


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