Materielles Glück – eine zerstörerische Illusion?3 Minuten Lesedauer

“Jeder Deutsche produziert im Jahr ca. 23 kg Elektroschrott.”

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts versucht man den Menschen weiszumachen, dass Glück und Konsum fest miteinander verknüpft sind.

Doch ist das Gefühl, das du spürst, wenn du dir ein neues Auto oder Smartphone gekauft hast wirklich Glück?

 

Die große Gehirnwäsche

Falls du denkst, dass Konsum und Glück zusammengehören, kann ich es dir nicht einmal übel nehmen. Die Werbe- und Marketingindustrie tut einen sehr guten Job, wenn es darum geht, dir weiß zu machen, dass du ohne Konsum nicht glücklich sein kannst.

Wenn du dir dann ein neues Auto oder Smartphone angeschafft hast, empfindest du etwas, das sich wie Glück anfühlt. Diese „Glück“ hat jedoch einen sehr großen Haken. Es hält nur kurz an. Vielleicht ein paar Tage oder im besten Fall auch ein paar Wochen. Aber es kommt der Punkt, an dem dein Leben wieder einen normalen Punkt erreicht.

Um dieses Glück aufrechtzuerhalten, musst du also in regelmäßigen Abständen konsumieren, da dieses Glück abhängig von deinem Konsum ist. Solange dein Portmonnaie gefüllt ist, kannst du diesen Lebensstil theoretisch auch aufrechterhalten. Doch was passiert, wenn sich das Geld dem Ende zuneigt?

Dann fällst du im freien Fall auf den Boden der Tatsachen zurück. Wenn du dich damit nicht abfinden kannst, wirst du früher oder später noch tiefer in die Trickkiste greifen…

 

Konsum erschafft Kreditsklaven

Was wäre ein wahrer Vollblut-Konsument ohne Kreditkarte? Du sollst natürlich auch über deine Verhältnisse hinaus konsumieren können. Also leihst du dir dein Geld einfach bei der Bank, falls das eigene nicht mehr reicht. Was du jedoch wissen solltest: du machst dich zu einem Sklaven des Bankensystems. Denn solange du jemandem etwas schuldig bist, bestimmt dieser jemand über dein Leben. Für den geliebten Konsum bist du dann auch bereit, so hoch zu springen, wir man es von dir verlangt.

Mit der eigenen Freiheit ist es dann vorbei. Denn dann arbeitest du nicht mehr für dich selbst, sondern für die Bank. Im ersten Moment mag dieses Beispiel vielleicht etwas überzogen aussehen, aber es ist mittlerweile tatsächlich die Norm. Oder kennst du heutzutage noch jemanden, der sein Haus oder Auto NICHT auf Basis eines Kredits oder einer Finanzierung gekauft hat?

 

Ist das Schulsystem schuld an allem?

Es ist ja kein Geheimnis, dass das Schulsystem nicht darauf konzipiert ist, aus dir einen kritischen, frei denkenden Menschen zu machen. Das Schulsystem soll dich auf ein Leben als Arbeiter und Teil der Gesellschaft vorbereiten.

Und da wir nun mal eine Konsumgesellschaft sind, wirst du auch genau darauf vorbereitet. Arbeiten und konsumieren! Persönliche Entfaltung, Interessen und ein glückliches Leben werden da natürlich erst einmal hinten angestellt. Die Wirtschaft hat höchste Priorität! Diese Mentalität wird dir mindestens 10 Jahre lang in den Kopf gehämmert. Wundert es dich also noch, dass die Gesellschaft heutzutage so funktioniert, wie sie funktioniert und die wahre Ursache für nachhaltiges Glück nie angesprochen wird?

Warum solltest du, wenn du ohne Konsum glücklich bist, noch konsumieren? Das muss mit aller Macht verhindert werden! Die Industrie will ein unendliches Wachstum. Dieses Wachstum ist nur möglich, wenn die Industrie jedes Jahr neue Sachen auf den Markt wirft, die eigentlich niemand so wirklich braucht.

Damit diese Sachen dann auch von dir gekauft werden, bedarf es einer nachhaltigen Gehirnwäsche. Wären Menschen auch ohne Konsum glücklich, würde unsere Wirtschaft im Boden versinken und wäre nicht mehr konkurrenzfähig. Dann würde natürlich auch das politische Machtkonstrukt bröckeln.

 

Ein Kratzer auf der Oberfläche

Ist wirklich dein fehlender Besitz dafür verantwortlich, dass du unglücklich bist oder ist der fehlende Besitz eigentlich nur eine Symbolik für etwas ganz anderes? Für fehlendes Selbstbewusstsein oder für falsche Freunde, die dich nur aufgrund deines Besitzes und nicht aufgrund des Charakters um sich haben wollen?

Ist es nicht der Besitz, sondern allein deine Gefühls- und Gedankenwelt, die dich unglücklich macht? Für die Antwort auf diese Frage musst du natürlich reflektieren können. Bring diese Arbeit hinter dich und hör auf dich hinter materiellen Dingen und Konsum zu verstecken.

Glück kommt von innen

Wahres Glück ist eine Entscheidung und ist absolut unabhängig von äußeren Faktoren. Warum gibt es Millionäre, die todunglücklich sind und glückliche Menschen, die so gut wie gar nichts besitzen?

Wenn man unseren gesellschaftlichen “Werten” Glauben schenken will, dürfte dies doch gar nicht möglich sein.

Kein Ding dieser Welt ist zuständig für dein Glück. Du entscheidest selbst, wann und ob du glücklich bist. Unabhängig von Zeit, Ort und Besitz.

Je mehr du besitzt, desto größer wird auch deine Angst sein, alles wieder zu verlieren.

 

Zurück zur Quelle

Doch wie findest du dein Glück außerhalb des Konsums wieder? Mit der richtigen Einstellung!

Warum bist du nicht einfach mal dankbar, für das was du hast, anstatt andauernd dem hinterherzujagen, was dir fehlt? Wie können Dinge, die du gar nicht besitzt, einen so großen Einfluss auf dich haben? Das was du nicht besitzt, ist eine Illusion.

Unglück kann nicht auf etwas basieren, das gar nicht existiert. Denn dann würde auch das Unglück nicht existieren. Sei dankbar für deine Gesundheit und die Gesundheit deiner Familie. Sei froh das du Essen auf dem Tisch, ein Bett zum Schlafen und ein Dach über dem Kopf hast. Wenn du diesen Wert erst einmal erkannt hast, wirst du dein Glück nie wieder im außen suchen.

Du hast alle Ressourcen zum Glücklichsein bereits in dir. Sie waren schon immer da. Glück ist ein Superlativ in sich selbst. Glück ist eine Entscheidung!

 

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3 Comments

  • Kay

    Reply Reply 26. Januar 2018

    Ich denke ebenfalls, daß Erfahrungen der wahre Reichtum des Menschen sind und nicht Besitztümer.

    Solange man sein Lebensglück aber nicht über materielle Dinge definiert, können diese kurzfristig durchaus für kleine Freuden im Leben sorgen, die vollkommen legitim sind 🙂

    Toller Beitrag!

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

  • Johannes

    Reply Reply 6. März 2019

    Sehr interessanter Artikel, der den Nagel auf den Kopf trifft, was unsere Konsumgesellschaft heutzutage angeht!

    Zu erkennen, dass Glück und Konsum nicht miteinander Hand in Hand gehen, ist wirklich ein sehr befreiender Gedanke.

    Meiner Erfahrung nach ist Glück auch nur von der inneren Einstellung abhängig: ob man Tag für Tag das tun kann, was man liebt; ob man bewusst lebt; und ob man auch die negativen Erfahrungen, die man macht, annehmen kann.

    Vielen Dank für den Beitrag Andre!

    Liebe Grüße,

    Johannes

    • Andre

      Reply Reply 7. März 2019

      Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Freut mich, dass du deinen Weg zur “richtigen” Einstellung schon gefunden hast 😉

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