Persönlichkeitsentwicklung – wozu das Ganze? Ein Erfahrungsbericht

“Bleib so wie du bist!”

Wie oft musstest du diesen Satz schon hören?

Ist es wirklich so erstrebenswert, so zu bleiben wie man ist?

Oder ergibt es vielleicht mehr Sinn, sich ständig weiterzuentwickeln?

Was man dir einreden will

Falls du es noch nicht mitbekommen haben solltest: unsere Gesellschaft basiert auf einem materialistischen Grundprinzip. Wenn wir nach der gesellschaftlichen Norm gehen, sieht ein erfolgreiches Leben ungefähr so aus:

  • Haus
  • Auto
  • Konsum
  • Familie
  • ein “sicherer” Job

 

Habe ich recht?

Die Schattenseite dieser Norm ist, dass die Menschen, die nach dieser Norm leben, ständig abgelenkt sind und nicht einmal ansatzweise auf die Idee kommen, Zeit in ihre Entwicklung zu investieren. Außerdem führt dieses “Fließbandleben” dazu, dass diese Menschen jeden Tag das Gleiche machen. Wer jeden Tag das Gleiche macht, neigt auch dazu, jeden Tag das Gleiche zu denken. Jedoch muss man für eine positive Entwicklung bereit sein, außerhalb der Box zu denken.

Das Traurigste ist: Viele Menschen arbeiten mindestens 8 Stunden am Tag für 9 € die Stunde, selbst wenn sie ihren Job hassen. Aber auch nur eine einzige Stunde am Tag in die eigene Entwicklung zu investieren ist dann doch zu viel des Guten, obwohl es das ganze Leben verändern kann.

Was erzähl ich eigentlich? Eine Stunde ist noch untertrieben.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass vielen Menschen schon 10 Minuten Entwicklungsarbeit zu viel sind. Und das, obwohl sie bereits ganz unten angekommen sind.

Zum Glück wachen immer mehr Leute auf und sehen, dass dieses festgefahrene Leben kein Muss ist.

In den seltensten Fällen sind es die äußeren Einflüsse, die unsere Lebensqualität einschränken, sondern wir selbst, indem wir uns selbst im Weg stehen.

Unsere Persönlichkeit ist schuld, denn unsere individuellen Eigenschaften bestimmen, wie wir agieren und reagieren.

Es gibt keine zwei Menschen, die absolut gleich auf ein und dieselbe Situation reagieren. Wo eine Person zum Beispiel gestresst oder ängstlich reagiert, reagiert eine andere Person völlig gelassen. Das zeigt, dass unsere Reaktion auf einer rein persönlichen Basis beruht.

Können wir das ändern?

Aber natürlich! Wenn die eigene Persönlichkeit ein statisches Konstrukt wäre, würdest du jetzt immer noch mit der Persönlichkeit eines Kleinkindes herumlaufen. Die Persönlichkeit entwickelt sich (im Idealfall) das ganze Leben lang. Wie und in welche Richtung sich unsere Persönlichkeit entwickelt, hängt nicht vom Zufall ab, sondern von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel:

 

  • Interessen
  • Freundeskreis
  • Familie
  • Weltbild
  • Bildungsgrad (nicht zu verwechseln mit Schulabschluss)
  • Investierter Entwicklungsarbeit

Natürlich ist es einfacher, die Persönlichkeit eines Kindes zu formen, was jedoch nicht heißt, dass es im Erwachsenenalter unmöglich ist.

 

Wozu Persönlichkeitsentwicklung?

Egal welches Ziel du verfolgst, meistens hat Persönlichkeitsentwicklung eine entscheidende Endstation: die Steigerung deiner Lebensqualität.

Wenn du dich an Punkt A befindest und deine Lebensqualität dort nicht deinen Wünschen entspricht, musst du zu Punkt B gelangen. Dafür musst du eine Strecke zurücklegen. Diese Strecke besteht aus Veränderung und Entwicklung. Dein jetziges Ich verfügt über Verhaltens- und Denkmuster, mit denen du niemals an Punkt B ankommen kannst, wenn du diese aufrechterhalten willst. Diese Opferbereitschaft ist ein fester Bestandteil einer erfolgreichen Entwicklung.

Jede Entwicklung beginnt im Kopf. Denn bevor du aktiv werden kannst, musst du dir erst einmal folgende Fragen stellen:

 

  • Wer bin ich?
  • Wo befinde ich mich?
  • Wo will ich hin?
  • Was erhoffe ich mir davon?

 

Danach geht es ans Eingemachte. Dabei bietet es sich an, in die Fußstapfen der Menschen zu treten, die den Weg bereits vor dir gegangen sind. Außerdem kannst du versuchen, ihre Techniken und Werkzeuge zu übernehmen.

 

Hier einmal ein paar der gängigsten Werkzeuge der Persönlichkeitsentwicklung:

 

Konfrontation

Kaum etwas bringt so schnelles Wachstum, wie ins kalte Wasser geworfen zu werden. Befindest du dich in einer Situation, die dir völlig fremd ist, bleibt dir gar nichts anderes übrig, als dich spontan an die Situation anzupassen und aus dem Stegreif einen Schlachtplan aufzustellen.

 

Achtsamkeit

Das beste Werkzeug, um aus dem Automatikbetrieb auszubrechen. Oft bestimmen Gedanken und automatisiertes Verhalten, welches ungesehen an deiner Aufmerksamkeit vorbeigleitet, dein Leben. Achtsamkeit sorgt dafür, dass kein Gedanke und kein Verhalten unbeachtet bleibt. So kannst du entscheiden, in welchem Maß du dein Leben von Gedanken, Verhalten und Emotionen bestimmen lässt.

 

Verantwortung

Ein absoluter Game-Changer. Es geht nicht nur um Verantwortung für eine bestimmte Sache, sondern um Verantwortung für dein komplettes Leben. Egal was in deinem Leben auf dich einhagelt: Du musst die Verantwortung übernehmen. Das klingt zwar im ersten Moment so, als würde es dein Leben noch schwerer machen, aber das Gegenteil ist der Fall. Durch ein hohes Maß an Verantwortung erlangst du die Einsicht, dass alles unter deiner Kontrolle ist und nichts mehr unmöglich ist.

 

Selbstliebe

Du entwickelst dich nicht weiter, weil du es dir selbst nicht erlaubst? Du bist der Meinung, dass du es nicht verdient hast, glücklich zu sein? Dann sollte die Arbeit an deinem Selbstwertgefühl und deiner Selbstliebe höchste Priorität haben.

 

Selbstreflexion

Ohne Selbstreflexion ist keine Entwicklung möglich. Wie willst du dich entwickeln, wenn du weder weißt, wer du bist, noch wo du überhaupt hinwillst? Lerne dich selbst kennen und der erste Schritt ist geschafft. Nur von diesem Standpunkt aus kann deine Entwicklung erfolgreich weitergehen.

 

Perspektivwechsel

Einfach und effektiv. Anstatt dich andauernd nur auf das Negative zu konzentrieren, konzentriere dich auf die guten Momente im Leben. Je öfter und länger du positiv denkst, desto eher neigt dein Gehirn dazu, positive “Schaltkreise” automatisch anzusteuern. Das führt dazu, dass deine Grundeinstellung allgemein positiver wird.

 

Das Problem der Bewertung

Wenn du sagst oder denkst, dass es dir gut geht, wird die Messlatte immer nur an deinen eigenen Erfahrungen angesetzt. Dein “Gut” ist für andere wahrscheinlich ein “so lala”. Diesen Erfahrung habe ich selbst bestimmt schon 10 Mal machen müssen. Ich habe gedacht es geht mir gut, weil ich nicht wusste, wie es sich besser anfühlen kann. An je mehr Stellschrauben du drehst und je mehr Techniken du ausprobierst, desto öfter wirst du feststellen, dass es immer Luft nach oben gibt.

Wenn wir von vornherein wüssten, wie gut es uns eigentlich gehen könnte, würden wir unser Glück sofort selbst in die Hand nehmen und unsere Entwicklung starten. Leider laufen sehr viele Menschen auf Sparflamme und denken, dass das schon der absolute Zenit ihrer Glückseligkeit ist.

 

Meine Erfahrungen mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung

Ich bin das erste Mal auf das Thema Persönlichkeitsentwicklung aufmerksam geworden, als ich mich auf die Suche nach einer Strategie gemacht habe, um meine Angststörung zu überwinden. Mein Gedankengang sah ungefähr so aus: “wenn man sich selbst durch negative Gedanken und negatives Verhalten in so ein tiefes Loch werfen kann, dann muss auch das Gegenteil möglich sein.”

Diese Einsicht kam mir natürlich nicht direkt am Anfang meiner Angststörung, sonst wäre der Spuk wahrscheinlich um einiges schneller wieder vorbei gewesen.

Ich will dir einmal erläutern, wie mein Startpunkt zu dieser Zeit aussah:

 

  • Jammern war an der Tagesordnung und ich habe mich andauernd selbst in meiner Negativität bestätigt und mich als Opfer äußerer Umstände gesehen.
  • Ich war ein Sklave meiner Gedanken und gleichzeitig absolut verantwortungslos. Ich wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es eine Möglichkeit gibt, den eigenen Gedanken die Macht zu entziehen.
  • Zu meiner fehlenden geistigen Gesundheit gehörte natürlich auch die nicht vorhandene körperliche Gesundheit. Schlechte und ungesunde Essgewohnheiten; quasi mein ganzes Leben lang. Fast Food, Energy Drinks, etc.
  • Ich habe gedacht, dass Gedanken und Emotionen ein Teil von mir sind.
  • Da ich mein Leben lang den Weg des geringsten Widerstandes gewählt habe, war ich natürlich überhaupt nicht stressresistent. Wo keine Widerstandsfähigkeit und keine Leidensbereitschaft sind, trifft eine Angststörung natürlich auf sehr fruchtbaren Boden.
  • Ich habe gedacht, dass dieser Zustand ewig anhalten wird. Dieser Glaubenssatz wurde natürlich von anderen Verblendeten bekräftigt.

 

 

Entwicklungsbremse Nummer 1

Ich sehe es immer wieder: Menschen mit einem bestimmten Problem klagen über dieses Problem, wollen aber gleichzeitig an Verhaltensmustern festhalten, die ein großer Teil dieses Problems sind. So kommt man natürlich nicht voran.

Du kannst dir Persönlichkeitsentwicklung wie einen Berg vorstellen. Um den Berg zu erklimmen, musst du nicht nur Zeit und Energie aufbringen, sondern auch Ballast abwerfen, der dir den Aufstieg erschwert oder sogar gänzlich unmöglich macht. Es muss im Leben immer erst schwerer werden, damit es leichter werden kann. Einmal oben angekommen wird jeder Schritt leichter und die Lebensqualität nimmt zu.

 

Wenn du dich in einer ähnlichen Situation befindest, möchte ich dir meine Werkzeuge ans Herz legen, die mich aus meinem Tief katapultiert haben:

Meditation/Achtsamkeit

Ich weiß, dass ich mittlerweile viele Leute mit meinen Meditationsempfehlungen nerve, aber meiner Meinung nach gibt es kaum ein anderes Werkzeug, welches eine so große Veränderung bei gleichzeitig so wenig Zeitaufwand mit sich bringt. Mit nur 10-20 Minuten am Tag lässt sich sehr viel erreichen. Besonders als Angstpatient ist das “Kopfkino” ein großes (wenn nicht sogar das größte) Problem. Mit täglichem Achtsamkeitstraining kriegt man genau dieses Kopfkino unter Kontrolle.

Verantwortung

Solange man in der Opferrolle festhängt und keine Verantwortung für sich selbst übernimmt, wird sich nichts ändern. Man hat die Wahl: entweder man sieht sich als Opfer äußerer Umstände oder man übernimmt die volle Verantwortung für die eigene Reaktion auf diese Umstände. Unsere Realität entsteht in unserem Kopf! Du siehst die Dinge nicht, wie sie sind; du siehst die Dinge, wie du bist.

Selbstreflexion

Der Klassiker! Wer bin ich? Wo will ich hin? Was sind meine Probleme? Warum bestehen diese Probleme? Wer fragt, dem kann geholfen werden.

Sport

Du möchtest deine Komfortzone verlassen, deine Leidensbereitschaft und Stressresistenz erhöhen? Dann ist Sport genau das richtige für dich. Außerdem hält Sport dich körperlich fit. Ein gesunder Körper muss immer das Fundament für eine Entwicklung sein.

Ernährung

Wo wir gerade schon beim gesunden Körper sind. Eine Entwicklung braucht Treibstoff. Fehlen dir die nötigen Nährstoffe, kannst du dich nicht entwickeln. Dies gilt nicht nur für körperliche Entwicklung wie zum Beispiel Muskelaufbau, sondern auch für eine erfolgreiche geistige Entwicklung.

 

 

Meine aktuellen Baustellen

Die Überwindung meiner Angststörung hat mir gezeigt, was alles möglich ist, wenn man bereit ist, Zeit und Energie in Veränderung zu investieren.

Aus diesem Grund war die Arbeit mit meiner Angst erst der Anfang.

Auf meiner To-do-Liste stehen folgende Ziele ganz oben:

  • Meine nächste große Baustelle heißt Minimalismus. Weniger Besitz bedeutet für mich gleichzeitig weniger Abhängigkeit, denn Dinge nehmen nicht nur einen Platz in der Wohnung ein, sondern immer auch einen Platz im Kopf. Das heißt: Wohnung entrümpeln, unnötige Sachen wegschmeißen oder verkaufen. Ich will nur noch das absolut Notwendigste in mein Leben lassen.
  • Finanzielle Unabhängigkeit / Selbstständigkeit. Heißt für mich soviel wie: meine “Aufklärungsmission” ausweiten und mehr Zeit und Energie in meinen Blog, in meine eBooks und meinen Kurs fließen zu lassen.
  • Ich werde den Fokus meiner Hilfestellung mehr auf die Menschen legen, die meine Hilfe auch wirklich annehmen und weniger auf die, die mir nur meine Zeit und Energie rauben wollen.
  • Natürlicher leben: mehr Zeit in der Natur, eine natürlichere Ernährung, mehr Bewegung.
  • Meine Meditationspraktik intensivieren und neue Techniken ausprobieren. Zurzeit steht Yoga Nidra oben auf meiner Liste.
  • Zu guter Letzt: mehr lesen!

 

 

Zum Schluss noch ein gut gemeinter Rat meinerseits: Mach das Thema Persönlichkeitsentwicklung nicht komplizierter, als es ist.

Wenn ich den ganzen Prozess in drei Punkten zusammenfassen müsste, wären es folgende:

  • Lesen
  • Techniken und Methoden ausprobieren
  • Dranbleiben

 

Folgende Blogartikel solltest du außerdem gelesen haben:

 

Materielles Glück – eine zerstörerische Illusion?

In 5 Schritten zu mehr Selbstliebe

Der einzige Wettbewerb, der dir wichtig sein sollte…

Warum du KEINEN Plan B haben solltest…

Die Opferrolle ablegen – Wie du aufhörst ein Opfer zu sein

 


 

 

 

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