Der wichtigste Schritt, um Angstrückfälle zu verhindern

Menschen, die in der Vergangenheit lange mit Angst zu tun hatten, erleben oft lange Phasen der “Angstfreiheit”.

Dann trifft es sie gefühlt aus dem Nichts und sie fallen zurück in einen Teufelskreis, aus dem sie schon einmal erfolgreich entkommen sind.

Doch wie kann das sein?

Ich glaube es gibt einen besonders wichtigen Schritt, der entscheidet, ob ein Rückfall zum Zufall wird oder nicht.

Und genau um diesen Schritt soll es heute gehen.

 

Ablenkung als häufiger Bewältigungsfaktor

Für viele Menschen ist Ablenkung der Grund dafür, dass sie ihre Angst aus den Augen verlieren und zugegebenermaßen kann Ablenkung dazu führen, dass die Angst teilweise über Monate oder sogar Jahre in den Hintergrund rückt. Der Fokus liegt nicht mehr auf den mentalen Angstauslösern und Stressoren und das Nervensystem bekommt eine Verschnaufpause.

Leider ist Ablenkung keine legitime Bewältigungsstrategie, denn fällt die Ablenkung weg, treten die Stressoren wieder in den Vordergrund und lösen dasselbe Maß an Stress aus, wie sie es in der Vergangenheit schon getan haben. So öffnen wir der Angst erneut die Türe.

Ablenkung führt zwar dazu, dass sich das Nervensystem beruhigt, jedoch passiert dieser Prozess meist unbewusst und ist somit nicht nachhaltig. Wir könnten zwar versuchen, die Ablenkung dauerhaft aufrechtzuerhalten, jedoch würden wir dann nicht mehr richtig leben.

Das größte Problem bei der Ablenkung ist, dass es keinen Lernprozess und keine Entwicklung im Umgang mit der Angst gibt. Wo keine Entwicklung stattfindet, kann auch keine nachhaltige Angstbewältigung stattfinden.

 

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Mentale Brotkrumen

Der beste und nachhaltigste Weg, Rückfälle zu verhindern, ist, auf dem Weg aus der Angst absolut achtsam zu sein und jeden Schritt bewusst zu machen. So lernen wir nicht nur den Weg aus der Angst, sondern lernen außerdem die Stellschrauben kennen, die dafür sorgen, dass man überhaupt erst in die Angst rutscht.

Um mal ein Beispiel aus der Märchenwelt aufzugreifen: Wir lassen auf unserem Weg durch den Wald Brotkrumen fallen, damit wir den Weg wiedererkennen, wenn wir ihn noch einmal gehen müssen. Genauso lassen wir auf dem Weg der Angstbewältigung mentale Brotkrumen fallen, d. h. wir merken uns was und wie wir die Angst bewältigt haben, damit wir diesen Vorgang bei Bedarf in der Zukunft wiederholen können.

 

Über den Tellerrand hinaus

Wenn ich von Angstbewältigung spreche, dann meine ich nicht nur die rein psychischen Faktoren wie zum Beispiel Gedanken oder das eigene Mindset, sondern alle Faktoren, die Einfluss auf das Nervensystem haben. Körper und Geist arbeiten als eine Einheit und so sollte man das Ganze mit Blick auf das Thema Angst auch betrachten. Selten sind es nur psychische Faktoren, die starke Angst auslösen. Genauso selten sind es nur körperliche Faktoren.

 

Angst ist keine Krankheit

Egal wie präsent und stark die Angst ist: Angst ist keine Krankheit, sondern ein Zustand des Nervensystems.

Ein Rückfall bedeutet also nicht wie bei einer Krankheit, dass die Krankheit immer im Hintergrund agiert und sich hin und wieder mal in Schüben zeigt. Verschiebt sich die Dominanz in Richtung sympathisches Nervensystem, entsteht Angst. Liegt die Dominanz auf dem parasympathischen Nervensystem, kann es keine Angst geben. Ein Rückfall bedeutet also immer einen Rückfall in ein sympathisch-dominantes Nervensystem.

Jemand der im Fall von jahrelangen angstfreien Phasen sagt, dass die Angst immer da war, sich aber nicht gezeigt hat, hat meiner Meinung nach absolut keine Ahnung, wie Angst auf körperlicher Ebene funktioniert. Angst ist ein Gefühl. Fühlen wir keine Angst, ist sie auch nicht da. So einfach ist es.

Auch “krankhafte” Angst hat letztendlich nichts damit zu tun, dass die Angst an sich krankhaft ist. Viel mehr geht es hier um krankhafte Verhaltens- und Denkmuster, die die Angst dauerhaft aufrechterhalten.

Natürlich spielt es manchen Menschen in die Karten, wenn man sagt, dass Angst eine Krankheit ist und es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie wieder dein Leben bestimmt. Falls es dir noch nicht aufgefallen ist: Man versucht heutzutage aus allem eine Krankheit zu machen, denn damit lässt sich viel Geld verdienen.

 

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Fazit

Wenn man seine Angst einmal bewältigt hat, sollte man wissen wie man diese bewältigt hat. Denn dann ist es nicht nur leichter, nicht mehr in den Angst-Teufelskreis zurückzufallen; man findet auch schneller wieder den Weg heraus, wenn man aufgrund von Unachtsamkeit wieder zurückfallen sollte.

 


 

 

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