Ein einfaches Leben – Warum weniger oft mehr ist

Viele Menschen denken, dass mehr von etwas gleichzeitig auch mehr Lebensqualität bedeutet.

Doch mehr bedeutet in vielen Fällen auch mehr Probleme.

Tatsächlich steigt die Lebensqualität häufig erst durch eine Reduzierung bestimmter Faktoren.

Heute möchte ich auf einige Aspekte eingehen, bei denen weniger wirklich mehr bedeutet.

 

 

Warum du anderen Menschen nicht gefallen musst

Seit Ewigkeiten versucht man uns weiszumachen, dass mehr immer besser ist.

  • Mehr Arbeit
  • mehr Besitz
  • mehr Freunde
  • mehr Unterhaltung

Auf diesen Zug sind so viele Menschen aufgesprungen, dass sich der Großteil der Bevölkerung von einer Anhäufung dieser Faktoren beeindrucken lässt.
Dieses vermeintliche Glück, das durch diese Faktoren und das damit einhergehende Ansehen entsteht, verspüren nur die Menschen, die noch nicht verstanden haben, dass Glück nicht von äußeren Faktoren abhängig ist. Der Moment der Einsicht, das Glück eine Entscheidung ist, kommt jedem (früher oder später), der über den Tellerrand hinausschaut und sich weiterentwickelt.

Das, was in Menschen mit fehlender Reife “Glück” auslöst, wird von reiferen Menschen oft als Ballast angesehen.
Auch du kannst diese Illusion auflösen und somit einen neuen Grad der Freiheit erreichen.

 

Wenn der Besitz zum Besitzer wird

Je mehr du besitzt, desto größer wird deine Angst, diesen Besitz wieder zu verlieren. So nimmt dieser Besitz dauerhaft einen Platz in deinem Kopf ein und sorgt so unterschwellig für Angst und Stress.
Letztendlich beeinflusst der Besitz somit dein Denken und Handeln.

Besitz und Besitzer wechseln die Rollen.

 

“Nur bis zu einem gewissen Grade macht der Besitz den Menschen unabhängig, freier; eine Stufe weiter — und der Besitz wird zum Herrn, der Besitzer zum Sklaven: als welcher ihm seine Zeit, sein Nachdenken zum Opfer bringen muss und sich fürderhin zu einem Verkehr verpflichtet, an einen Ort angenagelt, einem Staate einverleibt fühlt — alles vielleicht wider sein innerlichstes und wesentlichstes Bedürfnis.”

 

Friedrich Nietzsche

 

Mehr Zeit durch weniger Konsum

Sobald das messihafte Anhäufen von materiellen Gütern seinen Glanz verloren hat, sollte sich auch deine Perspektive auf die Themen Geld und Arbeit ändern. Denn wenn wir ehrlich sind, geben die meisten Menschen ihr hart erarbeitetes Geld oft für unnötigen Krempel aus. Bist du nicht mehr abhängig von diesem Krempel, sinkt dein Lebensstandard drastisch.

Hier öffnet sich die Tür für andere Arbeitsverhältnisse. Warum Überstunden arbeiten oder überhaupt noch in Vollzeit arbeiten, wenn es finanziell nicht notwendig ist?
Diese Zeit kannst du zum Beispiel verwenden, um deinen Hobbies nachzukommen oder dir ein zweites Standbein aufzubauen, das irgendwann deinen Arbeitnehmerstatus überflüssig macht.

Zeit ist die kostbarste Währung und du könntest sie nicht schlimmer verschwenden, als mit unnötiger Arbeit, die einzig und allein den Sinn hat, Material anzuhäufen.

 

Hoher Lebensstandard – Fluch oder Segen?

Warum genau wird ein hoher Lebensstandard als etwas Gutes angesehen? Auch ein dickes Auto und “Saus und Braus” werden nach kurzer Zeit zur Normalität. Das Problem: es gibt kein zurück mehr. Hast du dir einmal einen hohen Lebensstandard angewöhnt und bist dann gezwungen unter diesem Standard zu leben, scheint dir etwas zu fehlen.
Das Ergebnis ist das Gefühl von Verlust, das Stress in dir auslösen wird. Wenn du jedoch freiwillig einen genügsamen Lebensstil führst, gibt es logischerweise auch nicht viel, was es zu verlieren gibt.

Um es noch einmal klarzumachen:

Ein genügsamer Lebensstil bedeutet nicht, dass dir etwas fehlen muss. Alles was zählt, ist deine Einstellung!

 

 

Von Freunden und “Freunden”

Wir leben in einer Zeit, in der das Wort Freund sehr inflationär gebraucht wird. Wer mir erzählen will, dass er 30 Freunde hat, hat keine Ahnung davon, was das Wort Freund überhaupt bedeutet.
Wahre Freunde lassen sich meist an einer Hand abzählen. Alle anderen sind nicht mehr als Bekannte oder Kollegen. Je größer der vermeintliche Freundeskreis, desto höher ist der Einfluss dieser Beziehungen auf dich. Viele dieser Menschen entpuppen sich früher oder später als Energieräuber und so werden die Probleme dieser Menschen schnell zu deinen eigenen.

Ein kleinerer Freundeskreis führt nicht nur zu weniger Problemen und mehr Energie, sondern auch dazu, dass du mehr Zeit für deine wahren Freunde hast.

 

 

Wie Unterhaltung dich unten hält

Man kann es nicht leugnen. Von Tag zu Tag werden wir mit mehr Unterhaltung zugekotzt.

  • TV
  • Kino
  • Musik
  • Spielekonsolen
  • YouTube

Durch ständiges Fernsehen und andere Unterhaltung hast du zwar immer mehr Einblick in das Leben anderer, dafür weniger in dein eigenes. Du bist dauernd abgelenkt und da bleibt kaum noch Zeit für Reflexion und eine positive Entwicklung.

Unterhaltung bremst dich aus! Es ist wohl kein Zufall, dass sich das Wort Unterhaltung und “jemanden unten halten” so ähnlich sind.

 

Ego, die Wurzel allen Übels

Ein kleineres Ego führt ohne Umwege zur Reduzierung von allem Unnötigen. Jeglicher Besitz, jede Abhängigkeit von Prestige und Geltungsdrang dient nur zur Befriedigung deines Egos. Deine Existenz profitiert nicht von diesen Faktoren, sondern nur dein Ego.

Dein Ego redet dir ein, dass du all das zum Leben brauchst und diese Sachen dein Leben lebenswerter machen.

Es redet dir ein, dass du ein Verlierer bist, wenn du weniger besitzt.

Dein Ego redet dir ein, dass dein Nachbar besser ist, weil er ein neueres Auto fährt.

Es redet dir ein, dass du unbeliebt bist, weil du einen überschaubaren Freundeskreis hast.

Letztendlich will dir ein Ego weismachen, dass das Leben ein Wettbewerb ist, in dem es sich mit anderen zu messen gilt. Sei achtsam und erkenne die unzähligen Illusionen, die dein Ego kreiert!

 

Fazit

Weniger ist manchmal einfach mehr. Jedoch erfordert auch Genügsamkeit besonders am Anfang ein gewisses Maß an Disziplin und Training.
Es ist ein großer Schritt, der sich aber auf lange Sicht auszahlt. Nicht nur du selbst profitierst von weniger.

Würde jeder Mensch einen Gang herunterschalten, was seinen Konsum betrifft, gäbe es viele Probleme nicht.
Ausbeute, Ungerechtigkeit, Umweltverschmutzung und Tierquälerei entstehen unter anderem durch unser Konsumverhalten.

Was hast du in deinem Leben schon reduziert und hast dich dadurch besser gefühlt? Schreib es mir in die Kommentare.

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