Wie du sofort vom Schneeballeffekt deiner Angst profitierst

Du kennst es sicherlich auch: ein kleines Zwicken im Körper hat die Macht, eine Katastrophe auszulösen, die dich tage- oder sogar wochenlang in Angstzustände versetzen kann.

Heute möchte ich dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung geben, wie du diesen Schneeballeffekt ganz bewusst für dich nutzen kannst.

Wie der Schneeballeffekt funktioniert

Angstzustände beginnen oft mit der Bewertung eines völlig normalen Körpergefühls. Irgendwo zwickt es ein bisschen und alle Alarmglocken gehen an. Kommt dir das bekannt vor?

Könnte das plötzlich auftretende Herzrasen der Anfang einer Herzerkrankung oder eines Herzinfarkts sein? Solche Geschichten, die meist kilometerweit von der Wahrheit entfernt sind, sorgen dafür, dass sich bei dir alles nur noch um dieses Symptom dreht.

Durch den Fokus auf dieses Symptom und die damit verbundene negative Bewertung, löst du noch mehr Stress und Angst aus, was dazu führt, dass genau dieses Symptom verstärkt wird oder sogar weitere Symptome hinzukommen können. Je stärker die Symptome werden, desto fantastischer werden auch die Geschichten in deinem Kopf.

Ist die Lawine erst einmal losgetreten, werden andere Aspekte des Lebens in Mitleidenschaft gezogen. So ist zum Beispiel einer der ersten Faktoren, der unter dem Stress leidet, ein erholsamer Schlaf. Wenn es stressbedingt zu Schlafstörungen kommt, kann dein Körper die Stresshormone nicht mehr störungsfrei abbauen. Der Stress staut sich an.

Bei mir war es zum Beispiel so, dass mein Appetit bei hohem Stress verloren ging. Das führt auf die Dauer zu einer “Zwangsdiät”. Früher oder später schaltet der Körper so in den Überlebensmodus, was wiederum ein weiteres hohes Maß an Stress mit sich bringt. Wie du an diesen Beispielen sehen kannst, wächst der Stress im schlimmsten Fall exponentiell.

Irgendwann ist der Körper so überfordert, dass bloße Stressbewältigung nicht mehr ausreicht. Chronischer Stress und Angst führen dazu, dass dein Gehirn umgepolt wird. Je länger du gestresst bist und dadurch negative Gedanken hast, desto leichter und schneller werden diese negativen Schaltkreise auch angesteuert.

So kann es zwar dazu kommen, dass du deinen Stress erfolgreich abgebaut hast, aber dein Gehirn jetzt sehr sensibel auf negative Einflüsse reagiert. Das Ergebnis: sehr viel neuer Stress in sehr kurzer Zeit.

Menschen die mit chronischem Stress und Angstzuständen zu kämpfen haben, lassen sich besonders schnell von dieser Lawine mitreißen.

Du gehörst dazu? Warum nutzt du diesen Effekt nicht einfach für dich?

 

Wie du vom Schneeballeffekt profitierst (Schritt-für-Schritt)

Genau wie negative Einflüsse eine Lawine auslösen können, können auch positive Einflüsse einen Stein ins Rollen bringen. Ich möchte dir sieben Punkte zeigen, mit denen du eine Lawine auslöst, die dein Leben positiv verändert. Klingt gut? Los geht’s!

1. Die Idee

Alles im Leben beginnt mit einer Idee. Die Überwindung deiner Ängste macht da keine Ausnahme. Diese Idee kann eine Methode, eine Technik oder ein neues Verhaltensmuster sein. Meistens kommen diese Ideen nicht von selbst, sondern sind mit einem Lernprozess verbunden.

  • Bücher
  • Videos
  • Erfahrungsaustausch

Alle diese Dinge können dir auf der Suche nach der zündenden Idee helfen.

 

Du hattest bis jetzt noch keine zündende Idee? Konkrete Denkanstöße findest du in meinem eBook “15 Einsichten zum Thema Angststörung” – jetzt kostenlos herunterladen!

 

2. Zielsetzung

Du hattest eine Idee, in der deiner Meinung nach sehr viel Potenzial steckt? Dann solltest du dich jetzt auf deine Zielsetzung fokussieren.

  • Was willst du mit dieser Idee erreichen?
  • Wie lange willst du der Idee eine Chance geben, wenn die Erfolge ausbleiben?
  • Wie viel Zeit willst du am Tag / in der Woche in diese Idee investieren?

 

3. Ausführung

Sobald du dein Ziel gesetzt hast, geht es an die Ausführung. Dieser Schritt ist absolut essenziell, denn nur wer sich bewegt, kommt vorwärts. Du kannst so viele Bücher lesen und so viele Videos gucken wie du willst; ohne Ausführung wird sich nichts ändern.

 

4. Routine

Ausführung schön und gut. Sie bringt jedoch nichts, wenn du nicht ganz bei der Sache bist. “Hier und da” mal etwas zu machen bringt dich nicht weiter. Routine bedeutet, es ohne Wenn und Aber durchzuziehen. Zu den regelmäßigen Zeiten, die du festgelegt hast.

 

5. Erfolge

Ist die Routine etabliert, führst du sie so lange aus, bis die ersten Erfolge sichtbar werden. Lass dich nicht täuschen: die ersten Erfolge können Wochen oder sogar Monate auf sich warten lassen.

Wenn du bedenkst, wie viel Zeit du in eine negative Konditionierung deiner Ängste investiert hast, ist es völlig normal, dass sich Erfolge nicht von heute auf morgen blicken lassen.

 

6. Paradigmenwechsel

Du hattest bereits erste Erfolgserlebnisse? Sehr gut! Jetzt beginnt der Paradigmenwechsel.

Du siehst ein, dass es auch anders geht.

Wenn du diesen Paradigmenwechsel zulässt, führt er dazu, dass deine Erwartungsangst sinkt und dein Optimismus steigt. Das führt ohne Umwege dazu, dass deine Grundanspannung sinkt. Je weniger Grundanspannung, desto klarer ist dein Kopf. So kannst du mehr Energie und Fokus in deine Angstbewältigung fließen lassen.

7. Disziplin

Jetzt muss die neue Norm nur noch gefestigt werden. Sei dir sicher, dass es zu Rückfällen kommen wird. Auch das ist normal. Disziplin ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du dich nach unzähligen Erfolgserlebnissen von einem einzigen Rückfall wieder in die Opferrolle ziehen lässt, wirst du es auf seinem Weg sehr schwer haben.

Je länger du eine positive Einstellung an den Tag legst und am Ball bleibst, desto seltener werden auch die Rückfälle. Wie ich oben bereits geschrieben habe, neigt das Gehirn immer dazu, die Schaltkreise anzusteuern, die du regelmäßig benutzt. Je positiver deine Einstellung ist und je mehr Erfolgserlebnisse du hast (und aktiv wahrnimmst), desto öfter werden genau diese positiven Schaltkreise angesteuert.

 

Fazit

Ein Schneeballeffekt muss nicht immer etwas Schlechtes sein. Du kannst den Schneeballeffekt aktiv für deine positive Entwicklung nutzen. Ganz ohne Disziplin geht es dann aber doch nicht. Wenn du dir die sieben genannten Punkte jedoch zu Herzen nimmst, solltest du keine Probleme damit haben, gute Fortschritte zu machen.

 

Hast du bereits Erfahrungen mit dem negativen oder positiven Schneeballeffekt gemacht? Schreib in die Kommentare und lass es mich wissen!

 


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2 Comments

  • Andreas Kramer

    Reply Reply 3. Juni 2019

    In meinen Coachings habe ich, gerade am Beginn dieses Jahres, zu fast 90 % mit Angststörungen zu tun gehabt.
    Ich wünschte, ich hätte diesen Artikel da bereits gelesen und auch das EBook gehabt.

    Danke für den umfassenden Artikel und die Schritte.

    Ja, ein oder zwei Mal machen und Wunder erwarten, das wird nichts bringen.

    Ich konnte auch immer wieder nur auf Wiederholungen hinweisen.
    Im Prinzip sind die einzelnen Methoden (und es gibt ja reichliche) gar nicht so wichtig, sondern die Beständigkeit.

    Herzlichen Dank also und weiterhin viel erfolg.
    Beste Grüße
    Andreas

    • Andre

      Reply Reply 3. Juni 2019

      Hey! Vielen Dank für deinen Kommentar 🙂 Ich bin auch fest davon überzeugt, dass es bei den Meisten an der Disziplin scheitert. Besonders Angststörungen sind da sehr “kreativ”. Da hat man dann wochen- oder sogar monatelang Ruhe und führt wieder ein einigermaßen normales Leben und dann grätscht die Angst wieder rein. Wer es nicht besser weiß denkt dann natürlich, dass es ewig so sein wird und die ganze Arbeit für die Katz’ war.

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